Ein Beitrag auf Inside Higher Education geht der Frage nach, ob und wenn ja wie sich der jüngste Skandal auf den Prozess der Hochschulzulassung niederschlagen würde. Es heißt: „Many admissions leaders said that they were both stunned by the allegations and concerned that they represented an extreme of trends they have been watching with concern.”
Weil der Skandal auch ein Skandal des „college preparatory business” sei, hätten sich zahlreiche Firmenvertreter sofort zu Wort gemeldet und das Bild sehr sehr weniger schwarzer Schafe in einer Herde volle weißer Schafe gezeichnet. Ja, man werde gelegentlich von besorgten Eltern gefragt, ob es denn keine Alternativen zur Vordertür (stellar student) oder Hintertür (Stiftung eines Gebäudes) gäbe, also eine deutlich kostengünstigere, aber dennoch verlässliche „side door”, doch würden derartige Begehren abgelehnt. Ein Firmenvertreter wird mit den Worten zitiert: „While this doesn’t happen often, the position we always take is that this is not how we conduct business or how we educate our students and families. It’s incredibly concerning that others in our industry would accept these offers.”
Mal von den jetzt bekannt gewordenen Gesetzesübertretungen abgesehen sei der eigentliche Skandal, welche immensen Vorteile Kinder aus den einkommensstärksten Schichten beim Zugang zu selektiven Hochschulen hätten, ohne ein Gesetz zu übertreten: „They attend, on average, better high schools. Their parents hire private counselors and testing tutors and essay tutors and more. Wealthy applicants can apply early and not worry about financial aid packages. Wealthy applicants can apply to institutions that are not need blind and know that they have a better shot of admission than a student who needs aid. Those who have legacy status have additional advantages.”

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Libby Nelson, eine ehemalige Mitarbeiterin von Inside Higher Education, arbeitet diesen Aspekt in einem mit „The real college admissions scandal is what’s legal” überschriebenen Beitrag bei Vox aus und hebt hervor, dass das gesamte Zulassungsverfahren an den selektivsten Colleges mittlerweile korrupt und dadurch auch korrumpierbar sei. Das Ergebnis: „At 38 colleges, including Yale, Princeton, Dartmouth, and the University of Pennsylvania, there are more students from the top 1 percent of families by income than the bottom 60 percent (families making $65,000 or less per year), according to a 2017 New York Times analysis.” Die scheinbar meritokratische Unterstellung sei dabei allgemein, dass Kinder aus den Top 1%-Haushalten nicht durch Großspenden ihrer Eltern oder gar Bestechung Zulassung gefunden hätten, sondern durch die über Jahre angesammelten Vorzüge von Wohlstand bei gleichzeitiger Abwesenheit des „toxic stress that comes with poverty”.
 
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Auch ein Beitrag im Chronicle of Higher Education meint, der Skandal habe nur scheinbar eine Schwäche in den Zulassungsverfahren selektiver Hochschulen aufgedeckt, und rät: „Don’t Look So Shocked”. Eine Protagonistin des Beitrags ist Beverly Low, Direktorin für „guidance and college counseling” an einer Oberschule in Massachusetts. Sie wird mit den Worten zitiert: „I wanted to be shocked but I wasn’t.”
Viele Experten hätten ähnliche Reaktionen gezeigt und den Skandal schlicht als eine Überzeichnung einer bereits bekannten und akzeptierten Wirklichkeit wahrgenommen, in der Eltern alles (also auch wirklich alles) dafür tun würden, ihre Kinder an den Elitehochschulen des Landes unterzubekommen. Es heißt: „Sure, the details of the scheme’s scale and complexity were eye-popping. So were the revelations about alternative paths to an acceptance letter. But the themes of the unfolding story were familiar.”

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Eines der bekannten Leitmotive US-amerikanischer Zulassungsverfahren zu Elitehochschulen steht denn auch im Zentrum eines weiteren Beitrags der New York Times, in dem es heißt: „For prices up to $1.5 million, parents can buy a five-year, full-service package of college admissions consulting from a company in New York City called Ivy Coach. The service – all of it legal – begins as early as eighth grade, as students are steered toward picking the right classes and extracurriculars to help them stand out from the crowd. Then comes intensive preparation for the SAT or ACT, both ‘coachable exams,’ explained Brian Taylor, the company’s managing director, followed by close editing of college essays. ‘Is that unfair? That the privileged can pay?’ Mr. Taylor asked. ‘Yes. But that’s how the world works’.”

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