Ein Beitrag auf Inside Higher Education befasst sich mit der beneidenswerten Situation, in der sich die Texas Tech University befinde, und schreibt: „As college attendance is declining nationally and competition for students is intensifying, enrollment at the university is growing. It hit a record high in the fall of 2018 and is on track to reach 40,000 students by 2020.” Der Erfolg sei die Ernte einer auf das Jahr 1993 zurückgehenden Saat, nämlich der Schaffung einer „Texas Tech University K-12” (TTU K-12) genannten Pipeline, in der sich zur Zeit gut 1.800 vollzeitige und noch einmal gut 6.000 teilzeitige Schüler befänden.
Ursprünglich sei es primär um die schulische Versorgung von Kindern in Texas gegangen, die ansonsten nur unzureichend hätten erreicht werden können: „It provides distance education courses to homeschooled children, students who’ve fallen behind in traditional school or who were bullied, child performers, military families, and adults who never completed high school.” Das habe zwar sehr gut funktioniert, doch hätte die Einrichtung zunächst keine so gute Einbindung in die Hochschule selbst gehabt, was sich mittlerweile aber durch eine Restrukturierung geändert habe. TTU K-12 gehöre nun zu den Texas Tech University eLearning and Academic Partnerships und sei dem Office of the Provost direkt unterstellt.
Mit dieser Umstrukturierung und mit der Verfügbarkeit besserer Technologien für das Fernstudium seien nun auch die Voraussetzungen für eine Internationalisierung dieser hochschuleigenen Pipeline gegeben, zu der es heißt: „The school currently has 1,980 full-time international students enrolled, many through partnerships in Brazil, Vietnam and China.” Gerade in Ländern mit einer anderen Muttersprache als Englisch sei das Interesse an dem Angebot sehr groß, denn viele der Oberschüler dort beabsichtigten ein internationales Studium in Ländern mit englischsprachigen Angeboten in Europa oder Nordamerika.
Den Unterschied des Ansatzes von Texas Tech zu dem von Elitehochschulen bekannten Ansatz mit sog. „Feeder Schools” erläutert Anthony Carnevale vom Georgetown University Center on Education and the Workforce. Letztere würden zwar gerne aus bestimmten, für besonders leistungsstarke Absolventen bekannten Schulen rekrutieren, sich aber nicht direkt um den Bereich der Oberschulen kümmern, weil Alleinstellungsmerkmal von Elitehochschulen eben die Selektivität sei, also das mehrheitliche Ablehnen von Studienbewerbern.
Durch eine bessere Verbindung von sekundärer Bildung, Hochschulen und Arbeitsmarkt, wie es laut Carnevale an Texas Tech erfolgreich praktiziert werde, ließe sich auch das Problem sozialer Gerechtigkeit terziärer Bildung besser in den Griff bekommen. Dieses Problem beschreibt er mit den Worten: „We know that if you’re in school with high test scores and you come from the lower end of the socioeconomic spectrum, you have a 30 percent chance of graduating college and getting a decent job. Rich kids with the same test scores have a 70 percent chance. Everybody stumbles along the way, but the less advantaged kids don’t get up, either because they don’t have the parental support or resources – that’s the reason we need to make these connections.”

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