„Politics Creeps In” ist der Titel eines Beitrags auf Inside Higher Education, der sich vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse an der University of North Carolina und an Michigan State University mit der Frage befasst, wie öffentlich finanzierte Hochschulen in politisch stärker polarisierten Zeiten geführt werden können.
Hier die beiden zitierten Beispiele: Die New York Times meldet die Ablösung von John Engler als Interim-Präsident der Michigan State University. Engler sei vor einem Jahr eingestellt worden, die Schäden des Missbrauchsskandals um Lawrence Nassar zu begrenzen und das öffentliche Vertrauen in die Hochschule wiederherzustellen. Statt dessen habe er durch wiederholte öffentliche Bemerkungen einige Missbrauchsopfer angegriffen und das bereits gestörte Vertrauensverhältnis weiter belastet. Es heißt: „The trustees appointed a top university administrator, Satish Udpa, as the interim leader on Thursday morning at a hastily scheduled board meeting, where they roundly condemned Mr. Engler’s comments and accepted his resignation, effective immediately, by a vote of 7 to 0 with o ne trustee absent.”

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Der Chronicle of Higher Education meldet die Ankündigung des Rücktritts von Carol Folt als Kanzlerin der University of North Carolina at Chapel Hill zum Ende dieses Jahres und damit verbunden ihr Versprechen, „Silent Sam”, das an der Hochschule stark umstrittene Denkmal für die Konföderierten Staaten von Amerika, bis dahin „entsorgt” zu haben. Folt war in das Kreuzfeuer der entgegengesetzten Interessen des mehrheitlich republikanischen North Carolina und der mehrheitlich demokratischen Hochschule geraten, nachdem Aktivisten an der Universität Sam vom Sockel gestoßen hatten und politische Kräfte im Hochschulrat die Restaurierung des Denkmals an prominenter Stelle verlangten. Folt habe sich vermutlich in der Angelegenheit nun für ein persönliches Opfer entschieden: „Monday’s announcement suggests that Folt’s decision to remove the rest of Silent Sam may be connected to her resignation.”

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Auf Inside Higher Education heißt es in einer Zusammenschau der beiden Nachrichten: „Michigan State University and the University of North Carolina became uncanny reflections of each other this week as the new culture wars claimed two casualties on campus in the form of ousted executives.” Beide Fälle seien auf den ersten Blick nicht miteinander zu vergleichen, habe doch Folt in ihrem Versuch der Lösung des Konflikts einen vernünftig scheinenden Kompromiss vorgeschlagen, während Engler Blind- und Taubheit gegenüber einer Atmosphäre habe erkennen lassen, die nicht zuletzt durch die „Me Too” deutlich sensibler geworden sei.
Die Ablösung Englers sei deutlich parteiübergreifend geschehen, während sich in der Personalie Folt ebenso deutlich eine Aufkündigung des bislang in der Regel wirksamen Burgfriedens zwischen Demokraten und Republikanern bei der Lenkung und Kontrolle von öffentlichen Hochschulen manifestiere. Es heißt: „The clash between Folt and the UNC system board shows political polarization overshadowing board actions elsewhere. And critics say the UNC board has been growing more polarized – and more Republican – for years. The Board of Governors is elected by the state Legislature, which has been Republican since 2010. Some bemoan the dismantling of an arrangement that used to see Democratic and Republican lawmakers both appointing members of the board.”

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