Der Chronicle of Higher Education befasst sich mit möglichen Folgen aus dem jüngsten College Admissions Scandal (wir berichteten) und hebt hervor, dass sich der Skandal über weite Strecken innerhalb Kaliforniens abgespielt habe und daher die Aufgabe, eine Wiederholung derartiger Ereignisse zu verhindern, vor allem beim dortigen Gesetzgeber liege. Bei den öffentlich finanzierten Hochschulen sei ein Eingriff leichter als bei den privat finanzierten Collgeges und Universities, doch auch dort würden öffentlich finanzierte Mittel eingesetzt, an deren Verwendung der Gesetzgeber Bedingungen knüpfen könne. Es heißt: „Seeking to solve some of the problems exposed by the scandal, a group of California legislators has proposed reforms in the college-admissions process. Some of the bills would apply only to the state’s public-university systems, while others would touch any college that accepts Cal Grants, a state student-aid program.”
Allerdings müsse man auch anerkennen, dass die allermeisten der im Skandal zutage getretenen Handlungen bereits nach gültiger Gesetzeslage illegal gewesen seien und es daher in den Vorschlägen eher um eine grundlegende Veränderung des gesamten Systems gehe, nach denen Studierende an den kompetitiven Hochschulen des Landes zugelassen würden. Am einfachsten nachzuvollziehen und vermutlich auch am wenigsten strittig wäre da noch der Verzicht auf Ergebnisse standardisierter Hochschulzulassungstests wie SAT und ACT, die oft weniger Auskunft über die akademische Leistungsfähigkeit angehender Studierender geben als vielmehr Auskunft über die finanziellen Möglichkeiten ihrer jeweiligen Familien.
Auch die Forderung nach einer Registrierung von „private admissions consultants”, also Unternehmen, die sich im Auftrag wohlhabender Familien für die Bewerbungen ihrer Sprösslinge an den besten Hochschulen des Landes einsetzen, sollte vergleichsweise leicht durchführbar sein, ebenso die Forderung nach einer unabhängigen Überprüfungsinstanz für die Zulassungsverfahren außerhalb der normalen akademischen Qualifizierung wie etwa für Leistungssportler.
Mit deutlich mehr Widerstand seitens der Hochschulen ist allerdings in einem Punkt zu rechnen, der in der Liste der Vorschläge an zweiter Stelle genannt ist: „Banning Preferential Admissions for Donors & Alumni (...): Prohibits any California college or university from granting preferential admissions to applicants related to the institution’s donors or alumni, or risk exclusion from the Cal Grant program.” Der Beitrag ergänzt hierzu, dass auch auf Bundesebene derzeit ein Vorschlag von Senator Ron Wyden diskutiert werde, der die steuerliche Abzugsfähigkeit von Spenden an Hochschulen für die Fälle untersagen wolle, in denen sich Kinder der Spender an der begünstigten Hochschule bewerben würden.
Verständlich ist daher, dass man sich in den Reihen derer, die vom status quo profitieren, vor allem auf den Teil der Vorschläge konzentriert, die daran nur wenig ändern. Es heißt: „Admissions counselors said some of the proposed ideas could bring welcome change. Others were likely to be less effective, they said. Emmi Harward, executive director of the Association of College Counselors in Independent Schools [ein Berufsverband von private admissions consultants], said that the most interesting proposal is the call to review standardized tests. ‘Such a study is timely and could also be a way to increase access to a broader range of Californians,’ she said.”

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