Die kanadische Bundesregierung habe einem Beitrag von MacLean’s zufolge in einem 2017 veröffentlichten Fünfjahresplan als Ziel vorgegeben, die Zahl internationaler Studierender bis 2022 auf 450.000 pro Jahr zu steigern und würde nun, weil dieses Ziel bereits im vergangenen Jahr erreicht worden sei, mehr Wert auf eine größere Diversität der Herkunftsländer legen. Der Grund dafür sei leicht nachzuvollziehen, denn 2018 seien mehr 54% der internationalen Studierenden in Kanada entweder aus China oder Indien gekommen. Es gäbe aber über materielle Diversifizierungsgründe hinaus noch andere wichtige Gründe, breiter zu rekrutieren. Hierzu wird die Präsidentin des Canadian Bureau for International Education, Larissa Bezo, mit den Worten zitiert: „The more diverse the campus, the richer the learning environment.”
Im August dieses Jahres habe die kanadische Bundesregierung einen mit knapp Can$ 150 Mio. ausgestatteten Plan vorgelegt, die Internationalisierung kanadischer Hochschulen gegen geopolitische Unwägbarkeiten besser zu schützen und sich damit auch insgesamt besser für einen stärkeren internationalen Wettbewerb um mobile Studierende aufzustellen. Eine Erfahrung aus demselben Jahr mag da eine Rolle gespielt haben: „In a 2018 diplomatic spat with Ottawa, the government of Saudi Arabia abruptly cancelled funding for its post-secondary students in Canada, ordering many to leave their studies.”
Wie man sich eine den ideellen und materiellen Herausforderungen angemessene Diversifizierung der internationalen Studierenden vorstellen könne, sei am Beispiel von McGill University zu sehen, wo zuletzt 12.500 aus 156 Ländern eingeschrieben gewesen seien, Ja, die wichtigsten Herkunftsländer waren China, gefolgt von den USA und Frankreich (McGill ist die englichssprachige Universität im frankophonen Montreal), doch habe der Anteil von keinem Land über 22% gelegen.
Aber auch an McGill sei das Problem zu erkennen, das die gesamte kanadische Hochschulandschaft beträfe: Man sei noch viel zu wenig in Afrika präsent und entsprechend klein sei der Anteil von Studierenden aus dem Kontinent (vor allem dem Teil südlich der Sahara) an den internationalen Studierenden in Kanada.

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