Ausgabe ___ | March 29 2017
8. Juni 2018
Nordamerika Nachrichten
Dieser Newsletter informiert deutschsprachige Leser über aktuelle Entwicklungen und Trends im Hochschulwesen der USA und Kanada.
Themen dieser Woche:

  • China and the World
  • Wie Erfolg aussieht
  • Investitionen im Hochschulsport
  • Neues von NAFSA
  • Situation der Geisteswissenschaften an US-Hochschulen
  • Steuervergünstigungen für Studierende in den USA
  • Kurznachrichten
Liebe Leserinnen und Leser,

Wegen der Umsetzung der Datenschutzverordnung ist es in den vergangenen beiden Wochen zu Verzögerungen bei der Verteilung der DAAD Nordamerika Nachrichten gekommen. Sie erhalten daher heute die beiden jüngsten Ausgaben mit einer Nachricht.

In dieser Ausgabe befassen wir uns mit zwei Berichten des Economist zur Rolle internationaler Studierender aus China und mit einem Interview des Chronicle of Higher Education zur Frage, wie man Hochschulen im Hinblick auf Studienerfolg noch besser machen könne. Wir werfen zudem einen Blick auf die bevorstehende Eröffnung eines $270 Mio. teuren Trainingszentrums an der Northwestern University und schließlich auf verschiedene Kurznachrichten der Woche. Darüberhinaus befassen wir uns mit Themen der jüngsten Jahrestagung von NAFSA: Association of International Educators und mit einem Lagebericht zur Situation der Geisteswissenschaften an US-Hochschulen. Wir werfen zudem einen Blick auf die Struktur von Steuervergünstigungen für Studierende und ihre Familien in den USA und schließlich auf verschiedene Kurznachrichten der Woche. 

Ich wünsche Ihnen wie immer eine interessante Lektüre.

Stefan Altevogt
China and the World
„Opening the Gates” war der Titel eines Special Reports des Economist in der vergangenen Woche. In einer Reihe von Beiträgen befasst sich der Report mit verschiedenen Aspekten der wachsenden Bedeutung Chinas im Gefüge der Weltgemeinschaft und sieht „Wandel durch Austausch”: „China’s decision to let its people travel abroad freely is changing the world. James Miles [Autor des Reports] argues that it is changing China, too.”

Ein mit „A formative experience For China’s elite, studying abroad is de rigueur” überschriebener Beitrag erinnert daran, dass seit dem Beginn des Öffnungsprozesses Chinas unter Deng Xiaoping im Jahr 1978 mehr als 5,2 Mio. Chinesen Studienerfahrungen im Ausland hätten sammeln können, dass die Zahl pro Jahr 2017 auf mehr als 600.000 angeschwollen sei und dass vor allem englischsprachige Länder (mit den USA deutlich an der Spitze) von dieser Entwicklung profitierten. Es heißt: „Between 2006 and 2016 the number of Chinese students at universities there increased fivefold, to more than 320,000. They make up nearly one-third of foreign students at the country’s universities. And they contribute more than $12bn annually to its economy, according to America’s Department of Commerce.”

Die weiterhin hohe Nachfrage in China nach vergleichsweise teuren Studienangeboten in den USA und die offensichtliche Fähigkeit wachsender Schichten in China, die Kosten dafür tragen zu können, sei auf der einen Seite ein Segen für die unter schwindender öffentlicher Finanzierung leidenden US-Hochschulen, auf der anderen Seite seien die an amerikanischen Hochschulen studierenden Chinesen „a windfall for American soft power”, so jedenfalls die Theorie: „American optimism about the power of education to make foreign students more like Americans has a long history.” In der Praxis könne man allerdings auch ein anderes Bild zeichnen, denn obgleich viele Kinder der politischen Elite in China, wenn nicht die Eliten selber, Ausbildungen an US-amerikanischen Hochschulen absolviert hätten, seien die Beziehungen zwischen den beiden Ländern in den vergangenen Jahren eher schwieriger geworden. Hätte die Niederschlagung der von Studierenden in China angeführten Demokratie- und Reformbewegung 1989 noch zu erheblichen Protesten chinesischer Studierender in den USA geführt, hätten sich die Zeiten mit den immer sichtbarer werdenden ökonomischen Erfolgen in der Volksrepublik seit den 1990er Jahren deutlich verändert: „Students arriving in America since then have voiced mixed feelings about democracy and free markets, and how useful they might be for China.”

Sie finden den Beitrag hier.

„What happens when Chinese students abroad return home” fragt ein zweiter Beitrag des Reports und beziffert die Zahl der „sea turtles” (das Wort klinge ähnlich dem chinesischen Wort für „Rückkehrer” und werde daher häufig scherzhaft verwendet) für das Jahr 2016 auf mehr als 430.000. Es heißt: „China’s official news agency, Xinhua, called this one of the biggest return flows of talent in any country’s history: the ‘magnetic effect’ of China’s rise as a global power.”

Von offizieller Seite würde die Rückkehrerquote mittlerweile auf über 80% und damit deutlich über dem Drittel beziffert, das noch zu Beginn des Jahrtausends nach dem Studium in die Heimat zurückgekehrt sei. Von großzügigen Hilfsangeboten der chinesischen Regierung unterstützt, bildeten sie das Rückgrat der Ambitionen des Landes, mit der Kampagne „Made in China 2025” zum Weltführer in der Herstellung von hochentwickelten Produkten zu werden.

Warum trotz der wachsenden Zahl von „sea turtles” bzw. „seagulls” (so werden diejenigen genannt, die zwischen China und der Welt hin- und herpendeln) ein zunehmend anti-westlicher Trend zu beobachten sei, bliebe allerdings einstweilen ein Rätsel. Es heißt: „Less than 4% of those who return after studying abroad enter the civil service, according to the survey by CCG and Zhaopin. But returnees are a growing presence even at the highest levels of the government and the party. Cheng Li of the Brookings Institution reckons that at least one-fifth of the 370-odd members of the party’s current Central Committee, appointed last October, have spent at least a year on a foreign campus, mostly in the West. That is twice as many as ten years earlier, he calculates.”

Sie finden diesen Beitrag hier.
Im Nachgang auf die Veröffentlichung eines Special Reports mit dem Titel „The Future of Learning: How Colleges Can Transform the Educational Experience” führte der Chronicle of Higher Education in der vergangenen Woche ein Interview mit Timothy Renick, dem Senior Vice President for Student Success an der Georgia State University, dort, wo man zwischen 2003 und 2017 die sog. „six-year graduation rate” (der Anteil, der einen regulär vierjährigen Bachelor’s Degree innerhalb von sechs Jahren erreicht hat) von 32% auf 54% hat erhöhen können.

Ausgehend von der Erkenntnis, dass Noten in Einführungskursen ein recht verlässlicher Indikator für die dann folgenden Studienleistungen seien, habe man die Betreuung der Studierenden während dieser Einführungskurse auf die jeweiligen Bedürfnisse hin intensiviert und dabei nach dem Motto gehandelt: „Generic support isn’t enough.” Renick wird dazu mit den Worten zitiert: „What if a student needed help after failing his first accounting quiz? It wasn’t enough to say, ‘Go to the math lab’. That wasn’t going to help with specific course content.”

Dies flächendeckend umzusetzen, hätte mit professionellem Personal die finanziellen Möglichkeiten der Hochschule gesprengt. Also würde man mit studentischen Hilfskräften arbeiten, oft mit Studierenden in Work-Study-Programmen. „[They] have done well in particular courses to sit in on more than 1,000 course sections and offer weekly tutoring sessions.”

Zudem sei die Struktur in einer wachsenden Anzahl von Einführungskursen so umgedreht worden, dass mit Hilfe von technischen Mitteln die Kursinhalte vorher vermittelt und dann im Seminarraum gemeinsam eingeübt würden (flipped classroom). Hierzu heißt es: „This strategy has proved successful in getting students through critical gateway courses into their chosen majors. As the number of students who declare a major in STEM has held steady, the number who complete those majors has doubled.”
Hilfreich sei es auch, wenn man die akademischen Hürden an den richtigen Stellen aufbauen würde, nämlich kleinere Hürden zu früheren Zeitpunkten. Damit verringere sich die Zahl derjenigen, die relativ spät im Studium einsehen müssten, dass sie in dem jeweils angestrebten Fach nicht würden abschließen können. Damit habe man auch die Anzahl der Studienfachwechsler deutlich reduzieren können. Noch vor fünf Jahren seien Studierende an Georgia State vor dem Abschluss im Schnitt durch 2,7 Hauptfächer „geirrt”: „That’s a deadly recipe for low-income students. They can’t afford to switch majors two or three times and waste credit hours and create added debt loads.”

Schließlich müsse man in Betreuungspersonal investieren, um die eigentlich leicht nachzuvollziehenden Erkenntnisse auch flächendeckend umzusetzen, und man müsse die zur Verfügung stehenden Informationen zu Fähigkeiten und Herausforderungen der Studierenden konsequent nutzen. Es helfe wenig, die Misserfolge von Studierenden den unzureichenden Leistungen der Oberschulen zuzuschreiben. Man müsse nicht gleich „Händchenhalten”, doch: „We’re tipping students off earlier on that there might be a problem and giving them a fighting chance to correct it.”

Sie finden das Interview hier.

Sie finden den kostenpflichtigen Special Report (digitale Version für $129) hier.

Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown habe in seinem letzten Amtsjahr einer Meldung auf Inside Higher Education zufolge die Vielfalt von Kursangeboten an Hochschulen als einen wichtigen Grund dafür ausgemacht, dass Studierende – wenn sie denn überhaupt einen Abschluss machten – dafür länger als eigentlich geplant bräuchten. Er wird mit den Worten zitiert: „They have so damn many courses because all these professors want to teach one of their pet little projects, but then you get thousands and thousands of courses, and then the basic courses aren't available. It takes kids six years instead of four years.”

Sie finden diese Meldung hier.
Investitionen im Hochschulsport
Für Aufsehen sorgte in diesen Tagen einem Beitrag auf Inside Higher Education zufolge die anstehende Eröffnung eines $270 Mio. teuren Trainingszentrums für die Footballer der Northwestern University in Chicago. Um diese Investitionsentscheidung nachvollziehen zu können, bräuchte es freilich einige Hintergrundinformationen, denn an der benachbarten Eastern Michigan University seien in der jüngsten Vergangenheit einige Sportprogramme als defizitär geschlossen worden. Ausgenommen von den Schließungen an Eastern Michigan sei das sportlich nicht sonderlich erfolgreiche Football-Programm gewesen, ein Zeichen, dass auch schlechte Football-Programme einen besonderen Stellenwert für Hochschulen hätten.

Die erfolgreichsten Programme seien in der Lage und auch gefordert, den Übungsleitern gelegentlich höhere Gehälter zu zahlen als den Hochschulpräsidenten und für optimale Bedingungen zu sorgen. An Northwestern habe die Rekrutierung von Pat Fitzgerald als Trainer der Footballmannschaft ab 2006 zu einem derartigen sportlichen Aufschwung geführt, dass man hätte Sorge haben müssen, ihn an eine der anderen in derselben Liga spielenden Hochschulen – etwa die University of Michigan in Ann Arbor – zu verlieren, hätte man ihm nicht ein „state of the art” Trainingszentrum in Aussicht stellen können.
Statt sich abwerben zu lassen, habe Fitzgerald Hochschulleitung und Trustees gleichermaßen davon überzeugen können, dass im Rahmen des Fundraisers „We Will. The Campaign for Northwestern” auch erhebliche Mittel für ein neues Trainingszentrum eingesammelt werden könnten. Es half zudem, dass er mit Pat Ryan einer der wichtigsten Gönner der Hochschule habe dafür gewinnen können, besonders tief in die Tasche zu greifen. Entsprechend werde der neue Komplex den Namen „Ryan Fieldhouse and Walter Athletics Center” tragen und er werde Northwestern im Wettrüsten einen vorläufig unangefochtenen Spitzenplatz und entsprechende Aufmerksamkeit sichern.

Der Rest der Hochschule sei angesichts des Preisschilds und Verwendungszwecks zwar etwas ratlos, doch vor allem daran interessiert, was sonst noch so aus den Erträgen des Fundraisers bezahlt werden könne. Es heißt: „The president of the Northwestern Faculty Senate, Robert Hariman, said he didn’t really have an opinion of whether this was a good use of university funds – except to say, in an email: ‘I’m more interested in where the next $270 million is going to go’.”
 
Sie finden den Beitrag hier.
 
Der Beitrag zitiert eine auf Deadspin.com erschienene Polemik gegen das Wettrüsten im Hochschulsport im Allgemeinen und die Entwicklung an Northwestern im Besonderen. Es heißt: „We all recognize that college sports, namely football, exist in this bizarro world separate from the free-market reality the rest of America is forced to dredge through, wherein players are not compensated with green pieces of paper for their labor but with four years of access to pools, slides, big hot tubs, in-house barbers, massage parlors, and a breezy track as a communications major, should they want it. It makes sense, in that bizarro world, that Northwestern would spend an ungodly amount of money on a new place just to practice because, well, that’s what everyone else is doing, and in college sports, the folks that run the show wholeheartedly believe that if you aren’t setting the trends, you’re falling behind.”
 
Sie finden diesen Beitrag hier.
Neues von NAFSA
Ein wichtiges Thema auf der Jahrestagung von NAFSA: Association of International Educators in der vergangene Woche in Philadelphia war die von der US-Regierung ab 11. Juni geplante Verschärfung der Visabestimmungen für internationale Studierende aus China. Die Presseagentur AP hatte dazu am 29. Mai geschrieben: „The Trump administration plans to shorten the length of validity for some visas issued to Chinese citizens. (…) U.S. consular officers may limit how long visas are valid, rather than the usual practice of issuing them for the maximum possible length. (…) Chinese graduate students will be limited to one-year visas if they are studying in fields like robotics, aviation and high-tech manufacturing.”

Sie finden die Meldung hier.

In einer Stellungnahme der Präsidentin der Association of American Universities (AAU), Mary Sue Coleman, hieß es am folgenden Tag: „We share the administration’s goal of protecting our nation’s national and economic security. However, we must ensure that any changes to our visa system don’t negatively impact our ability to continue to research and develop the cures and technologies that drive our economy.“

Sie finden die Stellungnahme hier.

Die Association of Public and Land-grant Universities (APLU) nimmt für die öffentlich finanzierten Forschungshochschulen des Landes mit den Worten Stellung: „As public institutions, our part in safeguarding American national and economic security is a responsibility we take very seriously. We urge the administration to work with the higher education community to formulate policies that do so without inappropriately limiting foreign students’ invaluable contributions to the country.”

Sie finden diese Stellungnahme hier.

The Conversation macht auf einen weiteren Aspekt einer restriktiveren Visumspolitk aufmerksam und schreibt: „When the number of international students at U.S. colleges and universities declines, commentators often focus on the economic impact the decline will have on individual universities and communities. As experts who specialize in global affairs and international education, we see a more serious threat: A diminished ability for the United States to shape and influence future leaders of the world.“

Sie finden den Beitrag hier.

In einem Beitrag vom 7. Mai hatte Elizabeth Redden auf Inside Higher Education die jünsten Ausgabe des alle zwei Jahre vom Student and Exchange Visitor Program (SEVIS) im Department of Homeland Security vorgelegten Berichts kommentiert und geschrieben: „The total number of international students in the U.S. on F and M visas declined by 0.5 percent between March 2017 and March 2018. (…) The new (…) report shows 1 percent and 2 percent gains, respectively, in the number of students from China and India – two countries that together account for nearly half of the total international student population – from March 2017 to March 2018.”

Sie finden diesen Beitrag hier.

Sie finden die SEVIS-Zahlen hier.

Ein weiteres Thema auf der NAFSA-Tagung waren die vom Institute of International Education (IIE) neu vorgelegten Teilnehmerzahlen zu Englisch-Intensivkursen für internationale Studierende in den USA, die zwischen 2016 und 2017 um 20% gefallen seien. In einem Beitrag für Inside Higher Education schreibt Frau Redden: „Intensive English programs are the pathway through which many international students enter U.S. higher education, so declines in this sector can herald declines at other academic levels further down the road.”

Am Beispiel Mexiko – hier waren die Teilnehmerzahlen zuletzt um fast 60% gesunken – macht der Beitrag aber auch auf die Grenzen der Aussagekraft der Zahlen aufmerksam. Der Bericht schreibt einen wesentlichen Teil der Entwicklung den Veränderungen von Stipendienprogrammen durch die mexikanische Regierung und der Verlagerung von Intensivkursen ins eigene Land zu.

Sie finden diesen Beitrag hier.

Einer von DePaul University durchgeführten Umfrage zufolge sei laut einem weiteren Beitrag auf Inside Higher Education zufolge die für ein Studium unzureichende sprachliche Kompetenz in Englisch eines der Haupthindernisse für den Erfolg internationaler Studierender in den USA. Es heißt: „The top challenges they identified were, as noted above, limited English proficiency, cited by about 66 percent of faculty, and different academic preparation or expectations, which were cited by 26.3 percent of faculty surveyed. Other top challenges identified included social challenges related to loneliness and cultural differences.”

Sie finden diesen Beitrag hier.
Situation der Geisteswissenschaften an US-Hochschulen
In „The State of the Humanities 2018: Graduates in the Workforce & Beyond” hatte die American Academy of Arts & Sciences zu Beginn des Jahres zwar eingeräumt, „that humanities graduates earn less and have slightly higher levels of unemployment relative to science and engineering majors”, doch gleichzeitig klargestellt: „With respect to perceived well-being, however, humanities majors are quite similar to graduates from other fields.”

Sie finden den Bericht hier.

Scott Jaschik hatte dazu auf Inside Higher Education von einem „myth of the underemployed, unhappy humanities graduate” gesprochen und den Direktor der Akademie in Washington, Robert Townsend, mit den Worten zitiert: „I think the top-line numbers about earnings still tend to drive much of the conversation.” Statt sich auf bestimmte Zahlen zu konzentrieren, wie eben Spitzeneinkommen, solle man sich in einem Gesamtbild über den „Wert” eines geisteswissenschaftlichen Hauptfachstudiums verschaffen, und in dieses Bild hinein gehörten eben auch Faktoren wie berufliche Zufriedenheit. Der Beitrag zitiert den ehemaligen Leiter des National Endowment for the Humanities, William Adams, mit den Worten: „Defenders of the humanities in higher education tend to bristle when the topics of work and the economy come up. The humanities must be about more than jobs and compensation, they reason; we need to prepare students for all of the principal domains of adult life.” Allerdings, so Adams: „Questions about the economic returns on investments in higher education are not going away.”

Sie finden den Beitrag hier.

In einem gemeinsamen Plädoyer verweisen die Association of American Colleges & Universities (AACU) und die American Association of University Professors (AAUP) auf die grundlegende Rolle einer Liberal Arts Education für die akademische Freiheit und beklagen die gegenwärtige „wholesale elimination of liberal arts departments”. Es heißt: „Students majoring in literature, art, philosophy, and history are routinely considered unemployable in the technology and information economy, despite the fact that employers in that economy strenuously argue that liberal arts majors make great tech-sector workers precisely because they are trained to think critically and creatively, and to adapt to unforeseen circumstances.”

Sie finden die Erklärung hier.

Ein Beitrag auf Inside Higher Education fragt, ob die Stellungnahmen von geisteswissenschaftlich geneigten Verbänden die derzeitige Entwicklung werde aufhalten oder gar umkehren können, und verweist auf eine Serie von Beiträgen im Wirtschaftsmagazin Forbes, die ebenfalls dem gängigen Narrativ von im Leben gescheiterten Geisteswissenschaftlern widersprächen.

Sie finden diesen Beitrag mit den Links zu drei Beiträgen auf Forbes hier.
Steuervergünstigungen für Studierende in den USA
Die Brookings Institution gibt in einem mit „Yes, there really is a tax break for upper-income graduate students and Congress won’t let it expire” überschriebenen Beitrag einen Überblick über die Steuervergünstigungen für Studierende und ihre Familien in den USA, die „three Tax Benefits for Higher Education”.

Mit dem „American Opportunity Tax Credit” für wenigsten halbzeitig eingeschriebene Undergraduate-Studierende können Individuen mit einem Jahreseinkommen von bis zu $80.000 (Familieneinkommen bis zu $160.000) danach bis zu $2.500 Studiengebühren pro Jahr bis zu vier Jahre lang von der Steuer absetzen; für Familieneinkommen bis zu $180.000 (Individualeinkommen entprechend bis zu $90.000) gelten etwas geringere Beträge. Der „Lifetime Learning Tax Credit” kommt Studierenden und ihren Familien in allen Ausbildungsstufen zugute und erlaubt die Absetzung von bis zu $2.000 („20% of first $10,000 in tuition and fees”) von der Steuer, sofern das Familieneinkommen $112.000 bzw. das Individualeinkommen $56.000 nicht übersteigt. Einen „partial credit” bekommen Familien bis zu $132.000 bzw. Individuen bis zu $66.000 Jahreseinkommen. Die „Tuition and Fees Deduction” erlaubt wiederum Studierenden in allen Ausbildungsstufen die steuerliche Absetzung von $4.000 ohne Einzelnachweis für Familien mit bis zu $130.000 (Individuen bis $65.000) und sie ist nach bis $160.000 Jahreseinkommen (Individuen bis $80.000) gestaffelt.

Die Untersuchung macht deutlich, dass ein kleiner Teil der Einkommensverteilung, nämlich Familien zwischen $112.000 und $130.000 in den Genuss der „Tuition and Fees Deduction” und damit einer steuerlichen Vergünstigung kommen, die ihnen im „Lifetime Learning Tax Credit” verwehrt wäre und dass Graduate Students aus eher einkommensstärkeren Schichten die Nutznießer einer Bestimmung wären, die sich ursprünglich gar nicht an Graduate Students gerichtet habe. Es heißt: „In fact, graduate students were never the target group for the tuition tax breaks; undergraduates were always the focus. Although graduate students have been eligible for the tax benefits since their inception, changes to the policies over the years have left the deduction benefiting upper-income graduate students alone.”

Sie finden den Bericht hier.

Ein Beitrag auf Inside Higher Education befasst sich mit dem Thema und schreibt: „An initial version of the tax-cut bill would have stripped grad students’ tax deductions for tuition benefits [Tuition and Fees Deduction], before that aspect was dropped thanks to heavy lobbying from student groups.”
Eine Veränderung im Gefüge der Steuervergünstigungen für Studierende und ihre Familien durchzuführen, so der Tenor des Beitrags, sei auch deswegen problematisch, weil verschiedene Einzelmaßnahmen aus verschiedenen gesetzgeberischen Zuständigkeiten finanziert würden und Einsparungen an einer Stelle nicht notwendigerweise zu vergrößerten Verfügungsrahmen an anderer Stelle führten. Es heißt: „Justin Draeger, president and CEO of the National Association of Student Financial Aid Administrators, said that he agreed in theory that tax policy is not the best way to promote access and completion for higher ed. But because various student benefits are overseen by different congressional committees, the elimination of aid via one program often doesn't mean an equal reallocation of funds elsewhere.”

Sie finden den Beitrag hier.
Kurznachrichten
Der Chronicle of Higher Education befasst sich in einem Beitrag mit den Folgen des Scheiterns der sog. „Farm Bill” für die Lebensumstände von Studierenden aus einkommensschwächeren Haushalten in den USA. Das eigentlich Zuschüsse für die Landwirtschaft regelnde Gesetz enthält auch wesentliche Bestimmungen für das „Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP)”. Wäre es ohnehin schwierig für Studierende gewesen, in den Genuss von „Food Stamps” zu kommen, sei der Zugang nun noch schwieriger geworden. Die Bestimmungen des SNAP erforderten von den Empfängern, mindestens 20 Stunden pro Woche zu arbeiten, und der politische Streit gehe um die Frage, die Arbeitsanforderung zu erhöhen oder – wie es für Studierende eigentlich sinnvoll wäre – zu senken oder ganz abzuschaffen. Auf der anderen Seite bemühten sich aber auch bei Weitem nicht alle eigentlich antragsberechtigten Studierenden um Mittel aus dem Programm. Während Organisationen wie das Wisconsin Hope Lab von „Food Insecurity” bei mehr als einem Drittel aller Studierenden ausgehe, die Organisation Young Invincibles die Zahl der antragsberechtigten Studierenden auf fast 20% schätzt, seien lediglich 3% der Studierenden in das SNAP eingeschrieben. Es heißt: „Still, says O’Neil [Kathleen B. O’Neil, Director des Benefits-Assistance Program at Bunker Hill Community College], whose office also oversees a campus food bank, many students who could be eligible are reluctant to sign up. Some have told her that they weren’t brought up that way or that other people needed it more.”

Sie finden den Beitrag hier.

In einem Beitrag für die New York Times machen Tim Bartik und Brad Hershbein auf ein jüngst von ihnen veröffentlichtes Paper zur häufiger diskutierten Frage (vgl. DAAD Nordamerika Nachrichten der vergangenen Woche) aufmerksam, ob sich ein Hochschulbesuch für Kinder aus einkommensschwachen Familien auszahlt. Es heißt: „In our research, we find that people from low-income backgrounds who complete college, compared to those who complete only high school, increase their career earnings by 71 percent. That is a hefty return. To put that 71 percent return in dollar terms: For the average college graduate from a low-income background (those who grow up with family earnings below 185 percent of the poverty line), lifetime earnings are about $810,000. But for the average person from a low-income background with just a high school diploma, average lifetime earnings are about $475,000.”

Sie finden diesen Beitrag hier.

Sie finden das Paper hier.

Die New York Times begrüßt die erstmalige Veröffentlichung der Daten zur Kohorte der Studienanfänger an der University of Oxford und schreibt: „For the first time, the 850-year-old university published data intended to challenge assertions that it endured as a place of white, wealth-driven privilege.” Es gelinge nicht immer ganz, etwa im Hinblick auf Briten mit afrikanischen Wurzeln, die 3% der Bevölkerung ausmachten, aber nur 1,9% der im vergangenen Jahr zum Studium zugelassenen Studienanfänger. Und auch dies seien Durchschnittszahlen, die die Sicht auf Einzelfälle verstellten: „In a breakdown of undergraduate admissions to the 29 individual colleges that form the backbone of Oxford’s academic structure, eight – including some of the most prestigious – failed to admit a single black Briton in one or more of the years from 2015 to 2017.”
 
Sie finden diesen Beitrag hier.

Sie finden Oxfords Annual Admissions Statistical Report hier.

Der Chronicle of Higher Education meldet den Rücktritt von Max Nikias von seinem Amt Präsident der University of Southern California und schreibt: „[He is] bowing to pressure from professors who said he had mishandled numerous recent cases of sexual harassment and misconduct within the university’s ranks.”

Sie finden die Meldung hier.

Der Lexington Herald Leader befasst sich mit dem Streit zwischen der University of Kentucky und einem dort entfristet beschäftigten Professor um die außerordentliche Kündigung seines Arbeitsverhältnisses. Ihm werde vorgeworfen, auf Kosten der Hochschule ein von ihm verfasstes Textbuch vervielfältigt und dann seinen Studierenden verkauft zu haben. Die hohe Hürde für eine Entlassung – „neglect or refusal to perform his duty, or for immoral conduct” – sei in den Augen der Hochschulleitung durch zahlreiche kleinere Verfehlungen erreicht worden.

Sie finden diese Meldung hier.

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio wolle einem Beitrag in der New York Times zufolge den hochselektiven und auf STEM-Fächer spezialisierten, öffentlich finanzierten Schulen der Stadt eine Quote zur besseren Integration von Minderheiten vorschreiben. Es heißt: „Beginning in the fall of 2019, the city would set aside 20 percent of seats in each specialized school for low-income students who score just below the cutoff; those students would be able to earn their spot by attending a summer session called the Discovery program. Five percent of seats for this year’s ninth graders were awarded this way, the city said.”

Sie finden den Beitrag hier.

Ein Beitrag zeichnet im Chronicle of Higher Education nach, wie aus einem beleidigten Studierenden eine Galionsfigur der zurzeit an US-Hochschulen vor allem von politisch rechts stehenden Gruppen befeuerte Diskussion um „Free Speech” werden kann. Es heißt: „It’s a fresh lesson in the power of the conservative media to shape the free-speech debate on campuses, and how that debate can challenge the core academic mission of colleges and universities.”

Sie finden diesen Beitrag hier.

Das Center for World University Rankings (CWUR) sieht in seiner jüngsten Ausgabe drei deutsche Universitäten unter den weltweit führende 100 Hochschulen (Heidelberg, LMU München und FU Berlin). Die in deutschen Drittmittelrankings regelmäßig führende RWTH Aachen rangiert bei CWUR derzeit auf Rang 212.

Sie finden das Ranking hier.

Die selber ein Ranking herausgebende Times Higher Education bietet einem Mitarbeiter einer Hochschulmarketingagentur Raum für Ratschläge, wie Hochschulen ihr eigenes Image in der öffentlichen Wahrnehmung pflegen und auf die für Großunternehmen wie Universitäten unvermeidlichen Krisen reagieren können. Es heißt: „You cannot talk about creating a great student experience if you’re slow to respond to student concerns. You cannot proclaim yourself a hotbed of innovation and openness if your processes are byzantine.”

Sie finden diesen Beitrag hier.

Die New York Times gratuliert den Absolventen des Graduatejahrgangs 2018 und legt ihnen im Hinblick auf den nun beginnenden Ernst des Lebens zur Lektüre drei Bücher besonders ans Herz, darunter: „Weird in a World that’s not: A Career Guide for Misfits, F*ckups, and Failures” von Jennifer Romolini und „The Defining Decace: Why Your Twenties Matter – And How to Make the Most of Them Now” von Meg Jay. Zu letzterem heißt es: „Based on hundreds of interviews and the latest research, she advises readers on building identity capital and picking their family, and also explains the changes that occur to the body and brain during your 20s. If you are feeling anxious about your future, this book will help you plan for it.”

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