In einem Beitrag für die New York Times schrieben David Leonhardt und Sahil Chinoy in einer genaueren Analyse des Problems der oberhalb von 30% liegenden Abbrecherqoten an US-amerikanischen Hochschulen, dass man statt der individuellen Studierenden möglicherweise besser die sie oft nur unzureichend betreuenden Einrichtungen in den Blick nehmen sollte. Es heißt: „Schools with similar students often have very different graduation rates. This suggests that the problem isn’t the students – it’s the schools.”
Der Beitrag macht das am Vergleich zweier Hochschulen deutlich, einmal der Take Western Kentucky University und einmal der University of Nevada in Las Vegas. (UNLV) Beide Hochschulen seien im Hinblick auf die sozioökonomische und ethnischer Zusammensetzung ihrer Studierenden vergleichbar und man würde statistisch erwarten, dass an beiden die sogenannte „six-year graduation rate”, also der Studienabschluss nach 150% der Regelstudienzeit, bei 60% liege.
Die Wirklichkeit weiche allerdings von der Erwartung deutlich ab, an Western Kentucky um 7 Prozentpunkte nach oben, bei UNLV um 17 Prozentpunkte nach unten. Das Ergebnis: „In human terms, the difference amounts to about 500 more dropouts at U.N.L.V. each year.” Diese Differenz sei zwar in der Größenordnung ungewöhnlich, nicht aber in der Tendenz.
Würden sich die diesbezüglich schlechteren Hochschulen ein paar Erfolgstechniken bei den erfolgreicheren Einrichtungen abschauen, dann gäbe es in den USA Zehntausende erfolgreiche Studienabschlüsse mehr pro Jahr.

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Der Chronicle of Higher Education führte vor dem Hintergrund der Zahlen ein Gespräch mit Matthew Chingos, dem Leiter des Center on Education Data and Policy am Urban Institute, wo man die Zahlen für die New York Times zusammengetragen hatte. Für die Fachleute seien die Ergebnisse von derartigen Vergleichen, also Hochschulen, die aufgrund ähnlicher Zusammensetzungen der Studierendenschaften eigentlich ähnlich erfolgreich sein müssten, nur wenig überraschend.
Überraschend sei es vielleicht außerhalb der Fachwelt und es dürfte ein anderes Licht auf Hochschulen werfen, die vieles für einen guten Platz in den Rankings von US World & News Report tun würden, eben auch die akademische Leistungsfähigkeit der von ihnen jeweils zugelassenen Studienanfängern möglichst hoch darzustellen. Es heißt: „Putting more focus not on the colleges that are best because of their admissions offices but on the colleges doing the best job serving the students they enroll – that’s really important. Then, as the journalists did, you go to some of these places and try to understand why some places are doing better than you expect and why some places are underperforming or improving.”
Ja, vielfach lägen Faktoren außerhalb der Einflussbereiche von Hochschulen, etwa die Pro-Kopf-Ausgaben einzelner Bundesstaaten für die terziäre Bildung, doch würden diese Faktoren bei Weitem nicht die Varianz der Ergebnisse der eingesetzten Mittel erklären. Es bliebe die Frage nach größtmöglicher Effizienz: „How you spend money to the best effect is the million-dollar question.”

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