In einem Beitrag für Inside Higher Education benennt der Präsident der Lehigh University, John Simon, drei wesentliche Kategorien, in denen sich die US-amerikanische Hochschullandschaft in den kommenden Jahrzehnten entwickeln würde, und benennt sie mit „the Great Decline, the Great Unknowing and the Great Unbundling”.
Zum „Great Decline” zitiert der Beitrag Zahlen aus dem 2017 erschienenen Buch „Demographics and the Demand for Higher Education” von Nathan Grawe, denen zufolge zwischen 2025 und 2030 die Zahl der US-Amerikaner im klassischen College-Alter um 14% abnehmen würde und man einen entsprechend größeren Anteil dieser Kohorten an die Hochschulen bekommen müsse, um nicht Opfer dieser „difficult demographic headwinds at the undergraduate level” zu werden. An Lehigh bemühe man sich daher in besonderer Weise um bislang dort unterrepräsentierte Studierendengruppen.
Für den Bereich der Graduate Education kämen erschwerend noch internationale Entwicklungen hinzu. Zum einen würde der mittlerweile an den Hochschulen der USA Spuren hinterlassende Konflikt mit China zu weniger internationaler Nachfrage führen, zum anderen verstärke eine wachsende internationale Konkurrenz den Druck auf die USA. Simon schreibt: „While in the past, American colleges and universities could safely count on large numbers of highly capable students aspiring to work with their graduate faculties, those students now have more choices. And their choices may come with differences that matter in postdoctorate career opportunities. When it becomes easier for a recent Ph.D. graduate to launch a start-up in India, or China, or Singapore, our circumstances in the United States fundamentally change.”
Die beiden anderen Kategorien seien in dem Sinne miteinander verknüpft, dass der längst nicht mehr so klare ökonomische Vorteil einer traditionellen (und damit auch traditionell teuren) Hochschulbildung („Great Unknowing”) zu einer deutlich spezialisierteren und fragmentierteren Bildungsnachfrage führen würde („Great Unbundling”). Wenn die Kohorten der nach 2010 geborenen US-Amerikaner, also die Kinder der mit hohen Studienschulden belasteten Millenials, ab 2030 an die Hochschulen strömten, dann brächten sie neben dem Bewusstsein für die Risiken hoher Bildungsschulden zudem noch die Gewissheit mit, dass Lernen ein lebenslanger und auch berufsbegleitender Prozess sei. Er schreibt: „They will look for what provides a sound start and equips them to move on with at least a reasonable assurance of success. The drive to unbundle may necessitate new approaches. Consistent with liberal education traditions, and with existing catalogs of graduate offerings, we can fully dispense with the idea that a student is done upon graduation.”

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Ein Beitrag im Chronicle of Higher Education nennt Zahlen zum bereits heute sichtbaren Rückgang von Studierendenzahlen an einigen Flaggschiff-Campi öffentlich finanzierter Hochschulsysteme und schreibt: „From the fall of 2011 to the fall of 2017, the university [University of Montana at Missoula] shed nearly a third of its undergraduates, according to disclosures made to the Education Department. That 30-plus-percent decline dwarfed those seen at the University of Alaska at Fairbanks and the University of Idaho, which had the second- and third-largest enrollment dips, respectively, but posted much smaller losses [-18% bzw. -17%] during the same period.”

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