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Trotz Druck der US-Regierung: Unklarheit über Investitionen in venezolanische Ölindustrie
Nach der Gefangennahme des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro rief US-Präsident Donald Trump die US-Ölindustrie zu Investitionen in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar auf. In widersprüchlichen Aussagen verschiedener US-Stellen scheint durch, dass die US-Administration die venezolanische Ölindustrie unter ihre „unbefristete Kontrolle” stellen wollen. Dazu betont die US-Regierung Stabilität und wirtschaftliche Erholung der Energieindustrie in Absprache mit den venezolanischen „Übergangsbehörden“ und hält sich beim Thema pro-demokratischer Reformen zurück. Der US-Kongress betonte, dass US-Einnahmen aus dem Geschäft mit venezolanischem Öl unter die Aufsicht des Kongresses fallen würden.
Ein Treffen zwischen Präsident Trump und einer Reihe Regierungsvertretern mit Industrievertretern zeichnete sich Zurückhaltung bei den Vertretern von Chevron, ConocoPhillips und ExxonMobil ab. Während die Konzernvertreter auf notwendige Reformen der rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Venezuela sowie Absicherungen durch die US-Regierung drängten, versprachen kleinere unabhängige Produzenten Investitionen zu tätigen. Das Weiße Haus betont, Investitionen sollen zunächst die Energieinfrastruktur in Venezuela sanieren. Marco Rubio, US-Außenminister und Nationaler Sicherheitsberater, sprach von einem Plan in drei Phasen: (1) Stabilisierung der Lage in Venezuela, (2) Erholung der Wirtschaft und Versöhnung innenpolitischer Akteure in Venezuela und (3) der Übergang und die Normalisierung der diplomatischen Beziehungen mit den USA.
Das schwere saure Rohöl aus den Reserven des Landes ist schwieriger und teurer zu raffinieren und zu exportieren, da der hohe Schwefelgehalt den Einsatz anderer Materialien erfordert. Die US-Raffinerien am Golf von Mexiko sind auf das Raffinieren sauren Öls spezialisiert.
US-Energiestatistikbüro EIA rechnet mit steigenden Energiepreisen
Die US-Energieinformationsverwaltung, der Statistikarm des US-Energieministeriums, rechnet 2026 (+1 %) und 2027 (+3 %) mit dem größten vierjährigen Anstieg des US-Strombedarfs seit dem Jahr 2000. Die Behörde verweist auf den Ausbau an Rechenzentren und ihren hohen Strombedarf sowie auf steigende LNG-Exporte, die den Bedarf nach US-Erdgas erhöhen. Die Behörde erwartet weiterhin einen Ölpreis von unter $60 pro Barrell für 2026 und 2027 und dementsprechend keine Ausweitung der Fördermengen. Für den Henry Hub US-Benchmark prophezeit die Behörde einen leichten Abstieg auf $3,46 pro Millionen BTU (2026) und 2027 einen rapiden Anstieg auf $4,51/MMBTU. 2025 lag der Preis bei $3,52/MMBTU.
Die US-Regierung befindet sich in einer zunehmenden Zwickmühle zwischen ihrer Unterstützung für den schnellen Ausbau von KI-Rechenzentren, dem Versprechen von mehr Öl- und Gasfördermengen sowie dem Versprechen niedriger Energiepreise. Der US-Bundesstaat Virginia hatte zuletzt einen neuen Stromtarif für Rechenzentren eingeführt, um den Preiseffekt für Verbraucher abzufedern.
US-Gericht gibt Bau von Ørsteds Offshore-Windprojekt wieder frei
Das US-Innenministerium erteilte im Dezember zum zweiten Mal eine Baustoppanweisung an das Offshore-Windprojekt Revolution Wind des dänischen Energiekonzerns Ørsted, trotz dessen 90-prozentiger Fertigstellung. US-Bezirksrichter Royce C. Lamberth entschied nun zugunsten des Projekts, da es ansonsten „irreparabel geschädigt“ würde. Lamberth blockierte bereits die erste Baustoppanweisung im August 2025. Ein weiteres Projekt unter Beteiligung von Ørsted, Sunrise Wind, an der Küste New Yorks erwartet ebenfalls eine Gerichtsentscheidung. Beide Projekte waren im Dezember vom US-Innenministerium angewiesen worden, Arbeiten zu unterbrechen, ebenso wie Equinors Empire Wind 1 Projekt in New York. Im Gerichtsfall um letzteres, äußerte ein Bezirksrichter vor einer noch ausstehenden Entscheidung bereits Kritik an der Argumentation des Innenministeriums.
Dieses begründet seine Entscheidung mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA, die durch die „feindlichen Technologien“ der Projekte gefährdet würden. Die Gerichtsentscheidung im Fall Revoulion Wind zweifelt die Einschätzung des Ministeriums an und verweist auf Verletzungen des US-Verwaltungsrecht. Laut Medienberichten von Politico ordnete US-Innenminister Doug Burgum selbst den Baustopp an. Derartige direkte Einmischungen von US-Ministern in konkrete Projekte sind ungewöhnlich. (pm)
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