Republikaner bringen energiepolitischen Gesetzesvorschlag ein
Die Republikaner im US-Repräsentantenhaus haben ihre zentralen energiepolitischen Forderungen in einem Gesamtpaket zur Abstimmung gestellt. Der sogenannte
Lower Energy Costs Act (LECA) oder
H.R. 1 soll Energiekosten senken, Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen und die Energieautarkie der USA stärken. Der Gesetzesvorschlag enthält Maßnahmen für schlankere Prüfungsverfahren für Energie- und Bergbauprojekte im Rahmen des
National Environmental Policy Act (NEPA). Weitere Provisionen würden einen zukünftigen Fracking-Bann verbieten, Pflichtquoten für die Ausgabe von Öl- und Gasbohrlizenzen festschreiben und Kritik an Bidens Beendigung des Baus der Keystone XL Ölsand-Pipeline üben. Ferner würde der Gesetzesentwurf zentrale Komponenten des
Inflation Reduction Act (IRA) aufheben. Republikaner sehen im LECA die Verhandlungsgrundlage mit dem demokratisch-kontrollierten Senat. Ein konkurrierender
Vorschlag von Senator Joe Manchin (D-WV), der sich auf die Reform von Genehmigungsverfahren beschränkt, gilt als demokratische Verhandlungsbasis. Die Abstimmung über den LECA ist auf Ende März angesetzt.
Präsident Biden genehmigt „Willow“ Ölbohrprojekt in Alaska
Das US-Innenministerium hat einem vorgeschlagenen Projekt des Ölkonzerns ConocoPhillips
zugestimmt. Aus dem
Abschlussbericht geht hervor, dass Bedenken über langfristige Umweltauswirkungen dazu geführt hatten, dass nur drei der beantragten fünf Förderstätten genehmigt wurden. Zusätzlich gibt ConocoPhillips Bohrrechte an circa 27.500 Hektar Land zurück an die US-Petroleum-Reserve NPR-A. Das 2020 von Trump genehmigte Projekt findet
Zuspruch bei beiden politischen Parteien in Alaska, in Teilen der dortigen indigenen Bevölkerung und von US-Gewerkschaften. Die Unterstützer versprechen sich dadurch einen wirtschaftlichen Aufschwung der Region. Umweltverbände und Teile der indigenen Bevölkerung
kritisierten das Projekt aufgrund der geschätzten 280 Millionen Tonnen neuer Treibhausgasemissionen. Mehrere Umwelt- und Naturschutzverbände reichten
Sammelklage ein. Kritik, dass die Genehmigung neuer Ölprojekte Bidens Pläne für die Energiewende untergrabe, begegnete das Weiße Haus mit einem
Zulassungsverbot künftiger Öl- und Gasprojekte im gesamten US-Gebiet des arktischen Ozeans.
US-Ministerien stellen neue Förderprogramme für grüne Technologien vor
Das US-Energieministerium (DOE) hat ein
Initiativprogramm in Höhe von 6 Milliarden US-Dollar zur Förderung der Dekarbonisierung energieintensiver Industrien vorgestellt. Das
Office of Clean Energy and Demonstrations (OCED) fördert im Rahmen des Programms die Hälfte der Kosten für Pilotprojekte in den Sektoren Eisen und Stahl, Zement und Beton, Chemie und Raffination sowie Aluminium.
Des Weiteren initiierte das DOE ein
Förderprogramm in Höhe von 750 Millionen US-Dollar für Forschung, Entwicklung und Anwendungsdemonstration der Elektrolyse von sauberem Wasserstoff. Das Programm soll die Grundlagenforschung voranbringen, um frühzeitig Hindernisse für den Hochlauf der Technologie zu identifizieren. Zusätzlich gab das US-Verkehrsministerium
bekannt, dass für den Ausbau von Ladesäuleninfrastruktur ab sofort Darlehen in Höhe von 700 Millionen US-Dollar für Anträge der Einzelstaaten und Kommunen offenstehen. Die Förderung ist Teil des sogenannten
Charging and Fueling Infrastructure Program und richtet sich primär an Infrastruktur abseits des US-Bundesautobahnnetzes. (pm)