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25 Prozent Zoll auf Autos und Autoteile
Präsident Trump berief sich auf Abschnitt 232 des U.S. Code, um einen 25-prozentigen Zoll auf importierte Autos und Autoteile zu erheben. Ihm zufolge sei der Schutz der US-amerikanischen Automobilindustrie für die nationale Sicherheit von entscheidender Bedeutung und werde durch Importe gefährdet. Ab dem 3. April wird der 25-prozentige Zoll auf importierte Autos und spätestens am 3. Mai auf wichtige Autoteile erhoben, wobei Verfahren zur Ausweitung der Zölle auf zusätzliche Teile vorgesehen sind. Der 25-prozentige Zoll gilt zusätzlich zu bereits bestehenden Zöllen, Gebühren und Abgaben, die für importierte Autos gelten. Fast die Hälfte aller in den USA verkauften Fahrzeuge sind importiert, ebenso wie fast 60 Prozent der Autoteile in Fahrzeugen, die in den USA montiert werden. Importeure von Autos, die unter das Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada (USMCA) fallen, können den US-amerikanischen Anteil ihrer Produkte zertifizieren und dann den 25-prozentige Zoll nur auf den Wert der nicht-US-amerikanischen Anteile zahlen. USMCA-konforme Autoteile bleiben zollfrei bis das US-Wirtschaftsministerium und die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) ein Verfahren zur Erhebung von Zöllen auf ihre nicht aus den USA stammenden Inhalte festlegen. Annex 1, in dem die betroffenen Artikel aufgeführt sind, wird im Federal Register veröffentlicht, war aber zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Newsletters noch nicht verfügbar.
US-Zölle gegen Kanada, Mexiko und China
Am 4. März traten die 25-prozentigen Zölle auf Waren aus Kanada und Mexiko (zehn Prozent auf kanadische Energieimporte) in Kraft. Der Zoll auf chinesische Waren wurde von zehn auf 20 Prozent verdoppelt. Präsident Trump beendete auch die Anwendung des De-minimis-Verfahrens für Kanada und Mexiko. Dies tritt erst in Kraft, wenn die Systeme der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) die Kapazität haben, Zölle auf diese Sendungen zu erheben. Die Zölle auf Waren aus Kanada und Mexiko waren ursprünglich am 1. Februar per Exekutivanordnung mit Wirkung zum 4. Februar angekündigt, dann aber um 30 Tage verschoben worden, nachdem sich die USA, Kanada und Mexiko auf ein Kooperationsabkommen über Einwanderung und Fentanylschmuggel geeinigt hatten. Kanada kündigte Zölle in Höhe von 25 Prozent auf US-Waren im Wert von 150 Milliarden US-Dollar an. China reagierte mit 15-prozentigen Zöllen auf US-Agrarprodukte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar, fügte 15 US-Unternehmen zur Exportkontrollliste hinzu und zehn US-Unternehmen zu Chinas Liste unzuverlässiger Unternehmen. Mexiko hat bislang keine Gegenmaßnahmen angekündigt. Durch die am 6. März erlassenen Exekutivanordnungen wurden die Zollverordnungen für Mexiko und Kanada geändert, wodurch eine Schonfrist (laut Regierung 30 Tage) für alle Waren gewährt wurde, die im Rahmen des US-Mexiko-Kanada-Abkommens (USMCA) in die Vereinigten Staaten eingeführt werden.
Zölle auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren
Am 12. März sind die 25-prozentigen Zölle auf die Einfuhr von Stahl, Aluminium und Folgeprodukte in Kraft getreten. Die Section-232-Zölle waren ursprünglich 2018 von Präsident Trump eingeführt worden, enthalten jedoch drei Aktualisierungen: (1) die Beendigung aller länderspezifischen Vereinbarungen wie Zollkontingentprogramme, da Ausnahmen laut der Proklamationen die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten beeinträchtigten, (2) eine Erhöhung der Zölle auf Aluminiumimporte von zehn auf 25 Prozent und (3) das Hinzufügen zahlreicher Folgeprodukte. Die Europäische Kommission kündigte ursprünglich eine zweigeteilte Gegenreaktion an, wobei die Vergeltungszollpakete am 1. und 13. April in Kraft treten sollten. Um mehr Zeit für Verhandlungen zu gewinnen, kündigte die EU an, alle Gegenmaßnahmen auf den 13. April zu verschieben. Das Zollpaket betrifft US-Exporte im Wert von 26 Milliarden Euro. Kanada führte am 13. März Zölle in Höhe von 25 Prozent auf US-Produkte im Wert von 29,8 Milliarden CAD ein. Außerdem leitete Kanada ein Streitbeilegungsverfahren bei der WTO ein. Die EU hat ihrerseits über den WTO-Ausschuss für Schutzmaßnahmen Konsultationen mit den USA beantragt.
Section 232-Untersuchungen von Kupfer- und Holzimporten
Präsident Trump hat das US-Wirtschaftsministerium zu einer Überprüfung des Sicherheitsrisikos angewiesen, dem die Vereinigten Staaten aufgrund ihrer Abhängigkeit von Kupfer- und Holzimporten ausgesetzt seien. Außerdem soll das Ministerium erörtern, welche Handelsmaßnahmen die heimische Industrie schützen würden. Die Untersuchung von Kupfer umfasst Rohkupfer, raffiniertes Kupfer, Kupferkonzentrate, Kupferlegierungen, Kupferschrott und daraus hergestellte Produkte. Die Vereinigten Staaten importieren rund 45 Prozent ihres Kupfers für den Inlandsverbrauch. Die Untersuchung von Holzimporten umfasst Nutzholz, Bauholz und daraus hergestellte Produkte (Papierprodukte, Möbel, Schränke usw.). Laut der Exekutivanordnung hätten die USA die Produktionskapazität, um 95 Prozent des inländischen Weichholzverbrauchs zu decken. Allerdings seien die Vereinigten Staaten seit 2016 aufgrund von Subventionen ausländischer Regierungen und unfairen Handelspraktiken Nettoimporteur von Holz. Im Jahr 2024 waren Kanada, China, Vietnam, Brasilien, Chile, Mexiko und Deutschland die wichtigsten US-Importländer von Holz.
Zölle auf Länder, die venezolanisches Öl importieren
Präsident Trump kündigte einen 25-prozentigen Zoll auf Exporte aus Drittländern an, die Öl aus Venezuela importieren. Die Maßnahme wird mit dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) begründet, um sogenannten transnationalen kriminellen Bedrohungen wie der Tren de Aragua-Bande und der Migrationskrise (verursacht durch die humanitäre Krise, die das Regime von Präsident Nicolás Maduro ausgelöst habe) entgegenzutreten. Der Zoll gilt unabhängig davon, ob Länder venezolanisches Öl direkt oder über Dritte importieren. Der Strafzoll kann mindestens ein Jahr nach der Einstellung des Imports venezolanischen Öls aufgehoben werden. Ausnahmeregelungen mit einer Verkürzung dieses Einstellungszeitraums sind möglich, wenn das Wirtschaftsministerium dies für angemessen hält. China war 2024 der größte Abnehmer venezolanischen Öls, gefolgt von den Vereinigten Staaten selbst. Auch Indien, Spanien und Italien importieren venezolanisches Rohöl. Dem US-Ölkonzern Chevron, der an fünf On- und Offshore-Projekten in Venezuela beteiligt ist, wird eine Verlängerung bis zum 27. Mai gewährt, um diese herunterzufahren. (sh)
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