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Steuergesetzvorschlag würde IRA kürzen und fossile Energieprojekte beschleunigen
Der erste Aufschlag für das Haushalts- und Steuerpaket der Republikaner würde zentrale Änderungen für die US-Energie- und Klimapolitik enthalten. Der Text des Ways and Means-Ausschusses sieht eine starke Kürzung der Steuergutschriften des Inflation Reduction Act vor, unter anderem, um Präsident Trumps Steuersenkungen zu finanzieren. Ab Ende 2025 vollständig gestrichen würden (1) alle Gutschriften für E-Autos, die Gutschrift für (2) Ladesäulen, (3) für energieeffiziente Gebäuderenovierungen und (4) Neubauten, (5) für Erneuerbare Technologien in Privathaushalten und (6) für die Produktion von sauberem Wasserstoff. Die Investitions- und Produktionsgutschriften für sauberen Strom sowie jene für bestehende Atomkraftwerke würden bereits ab 2029 um 20 Prozent pro Jahr reduziert werden und Ende 2031 auslaufen.
Die Steuergutschrift für die Produktion von sauberen Technologien und kritischen Mineralien würde ab Ende 2027 nicht mehr für Windkomponenten gelten und für alle anderen Technologien Ende 2031 statt 2032 beendet werden. Bestehen bleiben würden auch Gutschriften für CO2-Abscheidung und -Speicherung sowie für Biokraftstoffe. Für alle weiterbestehenden Gutschriften würde die Möglichkeit zur sogenannten Transferability Ende 2027 beendet. Diese Option gibt Empfängern mehr Flexibilität zur Monetarisierung, z.B. für nicht-steuerzahlende Organisationen. Weiterhin würden alle noch verfügbaren Gutschriften mit neuen Beschränkungen hinsichtlich sogenannter Specified Foreign Entities ausgestattet. Betroffen wären, unter anderem, Organisationen und in manchen Fällen Personen aus China, Russland, Nordkorea und Iran sowie Organisationen, deren Anteile zu mehr als zehn Prozent (von einer einzigen Foreign Entity), oder zu mehr als 25 Prozent (von verschiedenen Foreign Entities) gehalten werden. Auch Lizenzverträge über einem Wert von einer Millionen US-Dollar mit verbotenen Foreign Entitites wären untersagt.
Der Ausschuss für Energie und Wirtschaft konzentrierte sich in seinen Abschnitten darauf, die im IRA autorisierten Darlehens- und Subventionsgelder zurückzunehmen. Dazu würde auch der Greenhouse Gas Reduction Fund der US-Umweltbehörde EPA gehören. Die erstmals im IRA verabschiedete Methanbepreisung würde um zehn Jahre aufgeschoben und zwei zentrale Regeln der Biden-Regierung für mehr E-Autos aufgehoben. Des Weiteren könnten Antragsteller von Genehmigungen zum Bau von Öl- und Gaspipelines gegen eine Gebühr von zehn Millionen US-Dollar schnellere Genehmigungsverfahren für ihre Projekte erwirken. Antragsteller für LNG-Exportlizenzen für den Export in nicht-Freihandelspartnerländer könnten für eine Millionen US-Dollar ihre Projekte „im öffentlichen Interesse“ deklarieren lassen, was eine Aushebelung der Genehmigungserteilung durch das DOE darstellen würde.
Das vorgeschlagene Gesamtpaket muss zunächst noch im Plenum des Repräsentantenhauses verabschiedet werden. Später könnte der Senat eigene Änderungen am Text vornehmen oder eine gänzlich neue Version des Gesetzes vorlegen. Eine Reihe an Republikanern äußerte in den vergangenen Monaten Kritik an zu starken Kürzungen des IRA, da viele vom IRA-gestützte Investitionen in ihren Distrikten bestehen.
USA treiben unilateral Tiefseebergbau voran
Per Exekutivanordnung erweiterte Präsident Trump vorherige Energieverordnungen und wies die Ministerien und Behörden der US-Regierung an, Optionen zur Ankurbelung des Tiefseebergbaus zu erarbeiten. Dazu gehören Maßnahmen, um (1) die Erkundung, Charakterisierung, Gewinnung und Verarbeitung von Bodenschätzen am Meeresboden durch beschleunigte Genehmigungsverfahren zu unterstützen, (2) Investitionen in die Tiefseewissenschaft, -kartierung und -technologien zu fördern, (3) die Koordinierung hierzu in den Ministerien und Behörden zu verbessern, (4) die USA zum weltweit führenden Land im Tiefseebergbau zu machen und mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, die dies anstreben, (5) eine inländische Lieferkette für kritische Mineralien zu schaffen, einschließlich Verarbeitungskapazitäten, und (6) Partnerschaften mit Verbündeten und der Industrie zu stärken, um Chinas aufstrebender Rolle im Tiefseebergbau entgegenzuwirken. Auch Finanzierungsmöglichkeiten, zum Beispiel über den Defense Production Act, oder Zuschuss- und Darlehensprogramme werden sondiert.
Die Exekutivanordnung sieht im Tiefseebergbau eine Möglichkeit für die USA, ihre starke Abhängigkeit von kritischen Mineralien aus dem Ausland, besonders China, zu verringern und die nationale Sicherheit zu erhöhen. Zu den Anstrengungen für ein Rahmenabkommen zum Tiefseebergbau bei der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) der Vereinten Nationen schweigt die Verordnung. Die ISA und die chinesische Regierung kritisierten den Vorstoß der USA zum Tiefseebergbau außerhalb ihrer Jurisdiktion. Die USA sind kein Unterzeichner des UN-Seerechtsübereinkommens. (pm)
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