In einem Beitrag für den Chronicle of Higher Education beschreiben Ruth Perry und Yarden Katz, Professoren für Literatur bzw. Biologie am Massachusetts Institute of Technology (MIT), die zunehmende Verzahnung von Hochschulen und Privatwirtschaft in den USA und zeichnen nach, wie ihrer Meinung nach „the university became a profit-generating cog in the corporate machine”.
Das MIT habe danach die in Zeiten des Kalten Krieges noch dominierenden öffentlichen Mittel (und hier vor allem die aus dem Verteidigungsministerium) zunehmend durch Drittmittel aus der Privatwirtschaft ersetzen müssen, wobei erstere ihren Segen auch noch an anderen Stellen als der angewandten Forschung entfaltet hätten: „Federal funds had trickled down better; those Defense Department dollars subsidized the teaching of literature and philosophy as well as projects in the arts.”
Drittmittel aus der Industrie seien demgegenüber weder so reichhaltig, noch würden sie erlauben, mit ihnen die Hochschule in ihrer Aufgabengesamtheit zu unterstützen. Es heißt: „Those of us who had objected to the corrosive effects of Pentagon funding were surprised, perhaps naïvely, to realize that corporate money stifled free inquiry even more than federal dollars had.”
Mittlerweile seien die Forschungshochschulen des Landes eher mit Abteilungen der sie teil-finanzierenden Unternehmen zu vergleichen als mit Einrichtungen, die durch akademische Forschung und Lehre dem öffentlichen Wohl dienten. „Corporations lease campus land for their commercial buildings and help direct research in campus labs. The atmosphere encourages students to work on their ‘pitches’ for corporate jobs rather than identify problematic assumptions. Students’ imaginations are trained to develop new products and open new markets rather than to think about what would constitute human fulfillment. We end up reproducing the view that the ‘real world’ is inevitably one of competition, anxiety, isolation, and fear.”
Als ein Beis piel der zunehmend problematisch werdenden, weil zulasten der eigentlichen Aufgabe der Universität gehenden Kooperationen zwischen Hochschulen und Privatwirtschaft zitiert der Beitrag das mit einem Volumen von $240 Mio. an MIT geplante Artificial-Intelligence Research Laboratory der Firma IBM. Interesse und Nutzen von IBM werden mit den folgenden Worten beschrieben: „IBM is bound to have immense power in shaping MIT’s research in this area, and to advance its own agenda by capitalizing on the knowledge and labor of students and staff members.” Die Risiken für das MIT lägen dagegen in der möglicherweise auch militärischen Nutzung des in der Zusammenarbeit entstehenden Wissens, wenn etwa das Wissen zum Bau von Waffen eingesetzt wird, deren Einsatz sich dann der Kontrolle einer Einrichtung entzieht, die sich eigentlich der Verbesserung der Welt verschrieben hat.
Die Ausrichtung von Hochschulen entlang privatwirtschaftlicher Bedürfnisse gefährde schließlich das Konzept von Universität als Ganzem. Es heißt am Beispiel der jüngsten Pläne für den Stevens Point Campus der University of Wisconsin, wo 13 geisteswissenschaftliche Studienangebote abgeschafft werden sollen: „Closing research departments in the humanities (…) converts programs with tenured-faculty slots into ‘service departments’, based on even more precarious contract labor, that teach ‘basic skills’ to students in more strategically profitable programs.”

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